Liebe Freunde des traditionellen Blaudrucks, ich habe heute gute Nachrichten für euch. Nach einer langen, vor allem auch durch Corona bedingten Blog Pause möchte ich nun wieder aus der Welt des Blaudruck Handwerks berichten. Und obwohl ich ja heutzutage alles von der KI schreiben lassen könnte, werde ich dies garantiert nicht machen. Das einzige,  was für mich überhaupt in Frage käme, wäre das Optimieren des fertigen Beitrags durch die KI. Denn ohne von Google gefunden zu werden macht meine Arbeit wenig Sinn. Die Welt des Handwerks und der Handarbeit ist mir allerdings viel lieber, als die rasend kommende neue digitalisierte Welt. Auch hier auf meiner Blogseite ist also die Handarbeit angesagt. Ich werde wieder jeden einzelnen Blogbeitrag, so, wie früher, selber schreiben.

Wo soll ich eigentlich anfangen? Es ist in den Jahren der Pause so viel passiert…In einigen Blaudruck Werkstätten arbeiten Leute, die an der Grenze zum Rentenalter sind und es ist meistens unklar, wie es danach weitergeht. Leider ist auch eine wichtige und traditionelle Blaudruck und Handdruck Werkstatt in Bayern nicht mehr im Betrieb. Das ist ein unersetzlicher Verlust für die Kultur Identität von uns allen. Es wird aber nur wenigen Menschen bewusst, denn die traditionellen handbedruckten und handgefärbten Stoffe im Alltag nach wie vor, so gut, wie unbekannt und unsichtbar sind.

Ich werde demnächst auch die Liste der Blaudruck Werkstätten aktualisieren und fange nun an, mit der

Textildruckerei Josef Fromholzer Ruhmannsfelden 

Nach wie vor kann ich mich damit nicht abfinden, dass in meiner Lieblings Textil Handdruck Werkstatt von dem Herrn Josef Fromholzer nicht mehr gearbeitet wird. Herr Fromholzer ist nämlich vor etwa 3 Jahren in gesegnetem Alter von 94 Jahren gestorben.  Das ist für mich der größte Verlust überhaupt, nicht nur weil seine riesige Vielfalt an alten, wunderschönen und kostbaren Mustern einmalig war. Und seine Kenntnisse zum Thema Textilfarben, Blaudruck, Handdruck, waren nach den langen Jahren (an die 80 Jahre) Tätigkeit in seiner Firma. sehr groß. Ich vermisse den Herrn Fromholzer aber auch persönlich, er war ein warmherziger, sehr netter Mann. Ich habe es immer geliebt, in seine Werkstatt nach Ruhmannsfelden zu fahren. Daher war es für mich und auch für meinen Mann eine Pflicht, zu seiner Beerdigung nach Bayern zu kommen. Seit seinem Tod waren wir allerdings nicht mehr da. Seinen Laden in Ruhmannsfelden gibt es immer noch, auch wenn nur mit einer begrenzten Öffnungszeit und nach telefonischer Absprache. Da der Herr Fromholzer bis zu seinem Tod noch fleißig gedruckt hat, ist für Interessierte sicher noch das eine oder andere kostbare Stück Stoff in seinem Laden erhältlich. Seit neuestem gibt es sogar erfreulicherweise neue Nachrichten zum Thema Wallach Muster aus den USA, darüber werde ich aber alsbald einen extra Blogbeitrag schreiben. Sein Nachlass ist also Gott sei Dank immer noch ein wenig sichtbar, frägt sich nur, wie lange.

http://www.fromholzer.de/

Gutauer Färbermarkt

Nach der Corona Pause sind wir noch einige Jahre weiterhin zu unseren zwei beliebten Stammmarktplätzen gefahren. Die letzten zwei Jahre waren wir aber nicht mehr dabei, denn nach jeweils etwa 10 Jahren regelmäßiger Teilnahme ist irgendwann Schluss. Die Veranstalter brauchen immer wieder etwas Neues und unsere Stammkunden waren bereits mit genügend Dilians Blaudruck Produkten eingedeckt. Und nach vielen erfolgreichen Jahren auf dem Gutauer Färbermarkt war unsere letzte Teilnahme in 2023 sehr enttäuschend. Der neue Verkaufsstandort unten an der Kirche hat sich auf unseren Umsatz leider sehr negativ ausgewirkt. Manchmal spielt so etwas auch eine große Rolle, nichts desto trotz planen wir im nächsten Jahr wieder, wenn auch nur einmalig, hinzufahren. Vorausgesetzt, wir bekommen unseren alten Standort wieder.

https://faerbermarkt.at

Gredinger Trachtenmarkt

Dagegen war unser letzter Auftritt auf dem Gredinger Trachtenmarkt im Jahr 2024 ein voller Erfolg. Wir haben nämlich kommuniziert, dass es das unser letztes Mal ist und dass wir nicht wiederkommen wollen. Die Kunden haben also fleißig eingekauft. In Greding haben wir durch die Jahre immer den gleichen Verkaufsplatz bekommen, das war wunderbar. Voriges Jahr sind wir aber trotzdem nochmals hingefahren, diesmal als Besucher, denn unsere lieben Freunde Ursula und Dr. Friedemann Fegert mit Tochter waren da. Sie sind von Karlsruhe nach Bayern gekommen, um seine Bücher „Oh, wie schön ist Indigo“ und das neue Buch „Spinnen und Weben, das ist ihr Leben“ dem traditionsbewussten Publikum in Greding vorzustellen. Es gab nämlich einen Schwerpunkt „Blaudruck“ auf dem Gredinger Trachtenmarkt in 2025, das haben wir von dem Veranstalter aber leider zu spät erfahren. Und nachdem wir den Kunden fleißig erzählt haben, dass wir nicht mehr kommen werden, würden wir uns nicht wohlfühlen, trotzdem wieder dabei zu sein. Als Ersatz für uns gab es einen Verkaufsstand der Nachfolger der verstorbenen Blaudruckerin Johanna Henkenjohann aus Bad Aibling. 

https://www.greding.de/trachtenmarkt

Neue Märkte, neue Erfahrungen mit Verkauf von Produkten aus Original Blaudruck Stoffen

Ein EShop ist nicht alles, wir sind sehr gerne analog, daher gehen wir immer noch gerne auf die Märkte. Den lebendigen Kunden Kontakt und Austausch mit Mitausstellern finden wir nach wie vor sehr wichtig. Letztes Jahr wollten wir mal was Neues ausprobieren. Vorzugsweise hier in Sachsen , wo man nicht so weit fahren muss. Daher haben wir uns zu zwei verschiedenen Kunsthandwerkmärkten bei einem neuen Veranstalter angemeldet,  in Schloss Agustusburg bei Chemnitz und in Schloss Neschwitz bei Bautzen. Beide Lokalitäten waren herrlich und in so einem prächtigen Barock Saal, wie im Schloss Neschwitz, haben wir noch nie ausgestellt. Leider hat gleich an beiden Märkten das Wetter mit uns übel mitgespielt. Beim ersten Termin in Schloss Augustusburg sind die Hitze Rekorde gefallen und wir Aussteller waren nur unter uns. Beim zweiten Markt in Neschwitz gab es am ersten Tag einen heftigen Dauerregen und am zweiten Tag Aprilwetter mit viel Hitze. Bei beiden Märkten waren also die Besucherzahlen leider überschaubar, dementsprechend niedrig waren auch die Umsätze. 

Textildorf Großschönau, Hammermühle Bautzen und andere

Seit etwa 4 Jahren sind wir auch auf dem Textilmarkt in Großschönau jedes mal gerne dabei. Die Veranstalter – die Textilschule Großschönau – möchte es als einen wichtigen Textilmarkt in Sachsen etablieren. Daher werden die Aussteller immer sorgfältig ausgesucht und der Blaudruck gehört da unbedingt auch dazu. Diesmal ist auch die Leinenweberei Hoffmann aus Neukirch gekommen und von Anfang an sind auch zwei ungarische Handweber dabei.

https://www.grossschoenau.de/de/Textildorf-Grossschoenau

Ferner verschiedene Modedesigner, zwei Mal war auch unsere liebe Freundin Katja Fietz mit Wormblu da. Ihre Modenschau ist fast schon legendär und begeistert jedes Mal das Publikum. Katja Fietz arbeitet bei ihren Entwürfen mit Original Blaudruck, die Stoffe kann sie sogar seit zwei Jahren in Pulsnitz in ihrem Atelier selber bedrucken. Ihr Stil ist einmalig und leicht erkennbar, die Richtung sind moderne, zeitlose Kleidungsstücke mit einem Japanischen Touch.

https://www.womblu.de

In der alten Hammermühle in Bautzen haben wir etwa drei Mal bei einem Ostermarkt ausgestellt, auch das war eine neue, schöne Erfahrung. Und ein besonderes Erlebnis, denn die ganze Veranstalter Familie liebte den Blaudruck und hat auch selber einige Dilians Produkte gekauft. Ein Dilians Taschenmodell wurde da zur Lieblingstasche der Chefin. Sie hat im diesen Jahr sogar die gleiche Tasche nachbestellt, denn nach etwa 5 Jahren fleißigen Tragens die Indigo Farbe naturgemäß etwas ausgeblichen war. Nun kann sie ihre Lieblingstasche wieder einige Jahre weiter tragen. An der Hammermühle gab es aber auch eine Besonderheit, hier sind die sorbischen Osterreiter immer vorbeigefahren, dies leitet mich nun zum Stichwort sorbische Volksfeste. Dieses Thema ist aber so umfangreich, dass ich dazu demnächst hier einen Extra Blogbeitrag schreiben werde. 

https://www.bautzen.de/adressen/hammermuehle-bautzen-1294

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